Das Ziel ist immer, in dem Umfeld, in das wir völlig hilflos hineingeboren werden, zu überleben. Dafür beginnt unser Gehirn schon im Mutterleib, alle relevanten Erfahrungen und auch die Vorstellungen und Gefühle der Personen, von denen wir existenziell abhängig sind, zu registirieren. So prägt sich in der Kindheit unser Weltbild, unser Erleben, Fühlen und Denken. Später, in der Pubertät richtet sich das Gehirn noch einmal neu aus, weg von den Älteren, deren Bedeutung für unser Überleben schwindet, und hin zu den Gleichaltrigen, der sog. Peer-Group.

Viele Prägungen sind im späteren Leben oft nicht mehr funktional. Unsere moderne Zeit ist schnelllebig und wir fahren gut damit, das Hergekommene von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Angst vor Verantwortung, die mit Geld und Besitz einhergeht, Scham darüber, sich etwas nicht leisten zu können, Groll über finanzielle Fehlentscheidungen oder Schicksalschläge – all das ist  oft von den Eltern übernommen. Doch unserGehirn ist atemberaubend flexibel und kann sich bis zum Tod ständig neu organisieren und optimieren, wir müssen ihm nur dabei helfen.

Wie wandeln wir also alten, nicht mehr funktionale Prägungen um?

Der Mensch hat lange geglaubt, dass „neues Denken“ reicht. Doch so funktioniert die menschliche Natur nicht. Vorsätze sind meist nicht nachhaltig. Um Neues zu verankern, braucht es sinnliche Erfahrung, Bewegung und Beziehung mit relevanten anderen.

Stellen Sie sich eine Person vor, deren Eltern und Altvorderen aus gutem Grund nach der Vorstellung gelebt haben „Bescheidenheit ist eine Zier“, „Schuster, bleibt bei deinen Leisten“, „Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein!“. Wohlhabende Menschen wurden abgewertet und als großspurig, gierig, angeberisch, überheblich und rücksichtlos angesehen, weil das den eigenen Selbstwert gestärkt hat.

Wenn ein mittlerweile erwachsenen Kind nun die Aussicht hat, selbst über gutes Geld zuverfügen und in Fülle zu leben, kann das überraschende Gefühle und Gedanke auslösen: Scham, nun ein großspuriger, gieriger, angeberischer, überheblicher und rücksichtloser Mensch zu sein, Ärger über diese innere Unruhe, und möglicherweise der Griff zur eingeübten Hausdroge (Essen, Alkohol, Shoppen o.ä.) zur Gefühlsregulierung. Solche Gefühle und Gedanken sind ein gutes Signal, dass Weiterentwicklung angesagt ist.

Für mich ist die Methode Neuro-Imaginatives-Gestalten NIG® eine der effektivsten und intelligentesten Methoden er Weiterentwicklung. Sie funktioniert so: Im ersten Schritt fertigen wir spontane Skizzen (s. Foto) von relevanten Aspekten unseres Anliegens an (z.B. „Unbehagen bei der Vorstellung, um eine Gehaltserhöhung zu bitten“). Durch das Handhaben von Farben und Material, dem Schauen und dem Austausch mit der Gruppe erleben wir den Ist-Zustandd mit einer besonderen Intensität. Im zweiten Schritt „verräumlichen“ wir die Aspekte des Anliegens in  einer systemischen Aufstellung, und arbeiten uns anhand von unseren Gefühlen, den Beziehungen zu den anderen Aspekten, dem Hinschauen und dem Aussprechenprechen von Akzeptanz, Dank und Zuversicht in unsere neue, passendere und sich besser anfühlende Überzeugung hinein.

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