Sonntag ist Bundestagswahl! Ich habe gemischte Gefühle. Zwar freue ich mich über die Errungenschaft der Demokratie, aber ich ärgere mich auch über den verlorenen Blick auf das Wesentliche, die Machtkämpfe und Lügen, die typischen Auswüchse des Mehrheitswahlrechts. Ich schäme mich, dass ich garnicht richtig gehört werde, sondern mich mit Kreuzchen-Machen begnügen muss. Aber die Demokratie lässt sich optimieren!
Mich begeistert das „Konsensieren“! Es handelt sich differenziertes Wahlverfahren, das seit Jahren entwickelt und mit der Digitalisierung zunehmend realisierbar wird. Die ARD hat ihm vor drei Tagen die Sendung Konsens statt Kreuzchen gewidmet.

Würde mit diesem Verfahren gewählt, könnte ich bei jeder Partei auf einer Skala von 0-10 bekunden, wie sehr ich sie … ablehne. Ich bekunde Ablehnung, weil Menschen diese immer vorsichtiger und reflektierter bekunden als Zustimmung.
Am Schluss gewinnt die Partei, die am wenigsten abgelehnt wird. Sie ist der Konsens, das kleinste Übel, der größte gemeinsame Nenner. Bei diesem Verfahren bleibt keine Stimme unberücksichtigt, alle sind am Ergebnis beteiligt und es gibt keine Gewinner und grollenden Verlierer.
Für mich sind konsensbildenden Wahlverfahren die Zukunft, bei denen es mir richtig gut gehen würde.